„Man könnte mich fast als Wanderer bezeichnen“, sagte Oliver Burke, doch seine Reise ist eine ganz besondere. In den letzten Jahren gab es prominentere britische Spieler, die nach Deutschland wechselten, darunter Harry Kane, Jude und Jobe Bellingham sowie Jadon Sancho. Dennoch ist Burke eine Ausnahmeerscheinung, ein Mann mit Midlands-Akzent, der nun bei seinem dritten Bundesliga-Club spielt.
Sein Lebenslauf ist beeindruckend. Er hat in vier Ländern gespielt, darunter Spanien und Schottland. Zudem hat er für sechs englische Vereine gespielt, fünf davon in der Championship. Dennoch könnte sein Ruf in Deutschland am höchsten sein. Als Teenager spielte er bereits für RB Leipzig und in seinen Zwanzigern für Werder Bremen. Jetzt, im Alter von 28 Jahren, bringt er seine Schnelligkeit zu Union Berlin. Im September erzielte er einen Dreierpack gegen Eintracht Frankfurt und wurde damit der erste Schotte, der in der Bundesliga einen Hattrick erzielte.
Ein unerwarteter Weg
All dies schien nicht die logische Konsequenz seiner Geburt in Kirkcaldy oder seiner Ausbildung im Nachwuchsbereich von Nottingham Forest zu sein, selbst für jemanden, der als Kind Bundesliga-Highlights verfolgte. „Ich habe wahrscheinlich hier in Deutschland meinen besten Fußball gespielt“, sagte der Flügelspieler. „Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal in Deutschland spielen würde, und ich hätte mir das nie vorgestellt.“
Sein Spielstil könnte gut zum deutschen Fußball passen. Auch die Energie in den Stadien spricht ihn an. „Konterfußball nutzt meine Geschwindigkeit, die eines meiner größten Assets ist“, erklärte er. „Ich liebe die Liga, die Stadien und die Atmosphäre. Es ist ein ganz anderes Niveau.“
Ein Pionier im deutschen Fußball
Burke war ein Pionier. Die Bundesliga-Clubs erkannten schnell, dass sie jungen britischen Talenten eine Plattform bieten konnten; vielleicht war dies auch mit der Überlegung verbunden, dass es einen Markt gibt, um diese Spieler nach ihrer Entwicklung weiterzuverkaufen. Nottingham Forest war stets in der Lage, Spieler zu entwickeln, selbst in chaotischeren Zeiten. Burke hatte gerade einmal 33 Einsätze im Profibereich, als Leipzig 13 Millionen Pfund für ihn zahlte. „Ich erinnere mich, dass es für alle ein Schock war, nach Deutschland zu gehen. Es war wie: ‚Warum Deutschland?‘“, erinnerte er sich. „Es scheint, als wäre es jetzt ziemlich beliebt, dass Spieler ins Ausland wechseln.“
Rückkehr nach England und neue Herausforderungen
Ein Jahr später war Burke wieder in England, half Ralph Hasenhüttls Leipzig, den zweiten Platz in der Bundesliga zu erreichen, und machte einen Gewinn, als er für 15 Millionen Pfund zu West Bromwich Albion wechselte. Seine Erfahrungen in der Premier League, sei es mit West Brom oder Sheffield United, waren von Abstiegen geprägt. Er half Werder Bremen, in der Saison 2022-23 in der Bundesliga zu bleiben, und belegte in der letzten Saison den achten Platz. Derzeit steht Union Berlin auf dem zehnten Platz.
Die Herausforderung bei Union Berlin
Union hat eine eigene Reise hinter sich, die von der Oberliga Nord, der fünften Liga in Deutschland, bis zur Champions League vor zwei Jahren führte. Doch dieser Aufstieg wurde von einem Rückschlag gefolgt, mit den Plätzen 15 und 13 in der Bundesliga. Burke gehört zu der Gruppe von Spielern, die die Herausforderung annehmen, das beste Team von Union zu ersetzen. „Es ist schön, dass der Verein diese Höhen erreicht hat, und jeder Verein strebt nach Größe“, sagte er. Union hat diese Größe noch nicht zurückgewonnen, aber Burke hat in zwei der besten Spiele der Saison getroffen: dem 4:3-Sieg in Frankfurt und dem 3:1-Sieg gegen seine ehemaligen Kollegen aus Leipzig. „Ich habe definitiv das Gefühl, dass ich einige meiner besten Fußballleistungen zeige“, sagte er. „Der Hattrick gegen Frankfurt war großartig.“
Die Unterstützung der Fans und persönliche Reflexionen
Union ist seit 2026 sieglos, was ihre Chancen auf eine Rückkehr nach Europa schmälert, doch die Unterstützung der Fans ist dennoch garantiert. „Sie bringen die Stimmung, hier und auswärts“, fügte Burke hinzu. „Es ist etwas Besonderes.“ Abseits des Platzes ist es ruhiger. Die deutsche Hauptstadt bietet einen Kontrast zu Burkes vorherigem Wohnort. „Es ist anders als Bremen“, reflektierte er. „Bremen war ein bisschen ruhig. Ich mache nicht viel außerhalb des Platzes, gehe mit meiner Frau in Cafés und mache Spaziergänge mit dem Kinderwagen.“
Ein Blick auf die Nationalmannschaft
Ein niedriges Profil könnte ihm in anderer Hinsicht zum Nachteil gereichen. Er hat 13 Länderspiele für Schottland absolviert, jedoch keines seit 2020. Sein Land spielte zuletzt bei einer Weltmeisterschaft, als er noch ein Kleinkind war. Es scheint unwahrscheinlich, dass er Teil von Steve Clarkes Kader in diesem Sommer sein wird. „Es liegt nicht an mir, wer ausgewählt wird“, sagte Burke. „Es war eine absolute Ehre, das Wappen zu tragen und für mein Land zu spielen. Ich würde das wirklich gerne wieder tun. Ich weiß, dass eine Weltmeisterschaft bevorsteht, aber ich war in letzter Zeit nicht wirklich Teil davon.“
Reflexion über seine Karriere
Es ist eine Reise, die der Wanderer möglicherweise nicht antreten wird. „Vielleicht ist es nicht immer gut, so schnell so viel zu wechseln“, sagte Burke, während er auf eine Karriere zurückblickte, die ihn von Albion nach Alaves, von Bremen nach Birmingham und von Bradford in die Bundesliga geführt hat. Vielleicht wurde nicht das gesamte Potenzial seiner Jugend ausgeschöpft, aber er reflektiert: „Man hat immer ‚hätte, könnte, würde‘, aber das ist meine Reise, und so ist es, ich habe keine Bedauern. Ich denke, es ist einfach eine schöne Erfahrung, eine andere Kultur, ein anderes Land zu erleben. Ich war überall, aber ich liebe das.“
Zusätzlich setzt Union Berlin auf vielversprechende Talente, um die Zukunft des Vereins zu sichern. Auch die Ansagen von Union Berlins Coach Baumgart an Ex-FCM-Profi Burcu zeigen, wie ernst die Herausforderungen genommen werden.
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Bildquelle: Markus Spiske auf Unsplash