„Wenn man gegen einen Gegner spielt, der ab der 45. Minute auf Zeit spielt, was teilweise nicht bestraft wird, dann ist das genug Respekt“, erklärte der Kapitän von Union Berlin, Rani Khedira, nach dem DFB-Pokalspiel gegen den FC Bayern München. Die Partie endete mit einem 3:2-Sieg für den FC Bayern, wobei die Münchner einen Kräfteakt vollzogen, um die nächste Runde zu erreichen. Während die Bayern den Einzug ins Viertelfinale bejubelten, äußerte Khedira scharfe Kritik am Verhalten der Münchner Mannschaft.
Der 30-jährige Mittelfeldspieler monierte nach dem Spiel das Verhalten des Rekordmeisters. Auf Nachfrage bestätigte er seine Einschätzung der zeitlichen Verortung unmissverständlich: „Ja, ab der 45. Minute.“ Diese Aussage deutet auf ein strategisches Vorgehen der Bayern hin, das nach Khediras Auffassung die sportlichen Regeln des Fair Play untergräbt.
Kritikpunkt: Zeitspiel bei Spielerwechsel
Khediras wesentlicher Kritikpunkt konzentrierte sich auf die Auswechslung von Aleksandar Pavlovic. Der junge Spieler der Bayern humpelte kurz nach Wiederanpfiff, verblieb jedoch zunächst auf dem Spielfeld. Erst nach einer Spielunterbrechung setzte er sich auf den Rasen und wurde ausgewechselt. Khedira unterstellte den Bayern in diesem Zusammenhang kein Vortäuschen einer Verletzung, sondern ein bewusst taktisches Verhalten.
„Pavlovic ist natürlich verletzt – ich wünsche ihm alles Gute. Aber er hat zwei Minuten Zeit, sich hinzulegen. (…) So schindet er die Zeit, um wechseln zu können. Das ist kein Fairplay. Ich mache dem Jungen aber keinen Vorwurf“, erläuterte Khedira. Diese Vorgehensweise, so seine Einschätzung, diene dazu, Zeit zu gewinnen und dem Trainerteam die Möglichkeit für taktische Anpassungen zu geben, was er als „kein Fairplay“ bezeichnete.
Verärgerung über Spielverzögerungen
Verschiedene Spielunterbrechungen kurz vor dem Spielende, die in der Regel typisch für intensive Pokalbegegnungen sind, trugen zusätzlich zur Verärgerung der Berliner bei. Sogar Bayerns Torhüter Manuel Neuer erhielt eine Gelbe Karte wegen Zeitspiels. Dass gerade der Rekordmeister in den Fokus der Kritik geriet, überrascht angesichts der hitzigen Schlussphase kaum, in der sich die Ereignisse überschlugen und das Ergebnis auf Messers Schneide stand.
Sportlich betrachtet gelang es den Bayern, ihre Führung über die Zeit zu retten. Dies war nicht das erste Mal in dieser Saison, dass die Mannschaft von Trainer Kompany enge Spiele für sich entscheiden konnte. Für Union Berlin hingegen überwog die Enttäuschung über die verpasste Chance auf eine Pokal-Sensation. Dieser kritische Vorwurf des Union-Kapitäns Khedira, der nun im Raum steht, dürfte dem kommenden Rückspiel in der Bundesliga eine zusätzliche Brisanz verleihen und die Begegnung further würzen.
Dieser Beitrag, der auf der Berichterstattung von fcbinside.de basiert, spiegelt die Perspektive der Berliner Mannschaft nach dem Pokalduell wider.
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