Die Reaktionen der Spieler nach dem Trainingslager in Österreich sind vielversprechend. Trainer Mauro Lustrinelli konnte in den letzten Tagen der Saisonvorbereitung wertvolle Eindrücke von seinen Schützlingen gewinnen. Rund zwei Wochen vor dem ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal gegen Braunschweig zeichnen sich bereits die Gewinner und Verlierer der Vorbereitung ab.
Positive Entwicklungen im Team
Emmanuel Latte Lath hat sich als einer der Gewinner des Trainingslagers hervorgetan. Der neue Stürmer benötigte keine Eingewöhnungszeit und zeigte im Testspiel gegen Aris Limassol seine Qualitäten, indem er in typischer Stürmermanier zum 1:1 ausglich. Nach seiner Auswechslung wurde er mit einem Eis auf der Tribüne belohnt, was seinen gelungenen Auftakt unterstreicht.
Ein weiterer Spieler, der sich positiv entwickelt hat, ist Aljoscha Kemlein. Er präsentiert sich fitter und kräftiger als in der vergangenen Saison. „Ich fühle mich körperlich gerade in der besten Verfassung“, äußerte Kemlein. Seine Optimierung der Ernährung und zusätzliche Trainingseinheiten haben sich ausgezahlt. Im Testspiel übernahm er nach der Auswechslung von Rani Khedira die Kapitänsbinde und erzielte den entscheidenden Elfmeter zum 3:2-Sieg.
Tom Rothe, der Linksverteidiger, steht ebenfalls im Fokus. Im offenen Zweikampf mit Derrick Köhn konnte er im Testspiel überzeugen und war an vielen Angriffen beteiligt. Seine offensiven Aktionen und der Mut, selbst zu schießen, könnten ihm in dieser Saison einen weiteren Schritt nach vorne ermöglichen.
Herausforderungen für einige Spieler
Auf der anderen Seite gibt es auch Spieler, die sich in einer schwierigen Situation befinden. Derrick Köhn kam im Testspiel erst in der zweiten Halbzeit zum Einsatz und erhielt von Trainer Lustrinelli einige kritische Anmerkungen zu seinem Stellungsspiel. Nach seiner Nichtberücksichtigung im WM-Aufgebot Ghanas scheint er bei Union zunächst in der Rolle des Herausforderers zu sein.
Frederik Rönnow, der dreifache „Unioner des Jahres“, konnte aufgrund einer Verletzung nur zuschauen. Lustrinelli äußerte sich skeptisch über die Chancen, dass verletzte Spieler wie Rönnow zum Saisonauftakt im DFB-Pokal spielen können. Union-Präsident Dirk Zingler stellte fest: „Wir haben eine Torwart-Situation, die es so noch nicht gab: Nummer eins und zwei sind noch nicht bereit.“ Auch Matheo Raab hat nach seiner Handverletzung Trainingsrückstand, was darauf hindeutet, dass Carl Klaus im ersten Pflichtspiel im Tor stehen wird.
Oliver Burke und Andrej Ilic hatten ebenfalls mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Burke reiste aufgrund von Achillessehnen-Problemen nicht mit ins Trainingslager, während Ilic wegen einer Lebensmittelvergiftung vorzeitig abreisen musste. Beide verpassten somit wichtige Trainingseinheiten und Anweisungen des neuen Trainers, die besonders auf die Offensive ausgerichtet waren.
Stimmungsvolle Atmosphäre im Trainingslager
Die Atmosphäre im Stadion des ATV Irdning, etwa 800 Kilometer von Berlin entfernt, war von der Unterstützung der mitgereisten Fans geprägt. Hunderte Union-Anhänger sorgten für eine besondere Stimmung und verwandelten das Stadion in eine Art „Waldseite“. Für jeden Treffer gab es lautstarken Applaus, und auch die Spieler wurden für ihre Leistungen gefeiert. Trainer Mauro Lustrinelli betonte: „Das gibt uns noch mehr Energie.“
Am Mannschaftsabend sorgte Lustrinelli als DJ für Unterhaltung, was an seine Zeit beim FC Thun erinnerte, wo er ebenfalls auflegte.
Taktische Ausrichtung und Fazit
Auf dem Platz zeigte Lustrinelli klare Führungsqualitäten. Im Testspiel gegen Limassol setzte er auf eine Viererkette und gab lautstarke Kommandos. Die neue Marschroute mit hohem Pressing war deutlich erkennbar. Lustrinelli bemerkte: „Wir bekommen sehr einfach die Gegentore. Die Spieler sind die Fünferkette gewohnt, ich glaube, man braucht ein bisschen mehr Zeit zu üben.“ Trotz der einfachen Gegentore konnte Union drei Treffer erzielen, was zu einem 3:2-Sieg führte.
Abschließend äußerte sich Lustrinelli zufrieden über den Sieg: „Mir hat vor allem gefallen, dass wir unseren intensiven Fußball auf den Platz gebracht haben.“ Dennoch sieht er Verbesserungsbedarf in der Chancenverwertung und der Defensive. „Das sind die beiden Bereiche, wo wir uns in den nächsten Wochen verbessern wollen.“
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Quellen: rbb24, Die Zeit, n-tv
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