Die Stimmung im Stadion an der Alten Försterei war am Montagabend alles andere als festlich. Nach der 0:1-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt mussten die Fußballerinnen des 1. FC Union Berlin bereits die dritte Pleite in der Bundesliga hinnehmen, was den misslungenen Saisonstart weiter verschärfte.
Die gespenstische Stille im Stadion war jedoch nicht allein dem Ergebnis geschuldet. Vielmehr sorgte die Anstoßzeit um 18 Uhr an einem Montag für erheblichen Unmut unter den Fans. Wie die Stadionsprecherin Bettina Bestgen vor dem Spiel erklärte, sei diese Zeit für viele Anhänger „super fies“. Besonders die Gäste aus Frankfurt hatten mit einer Anreise von über 1000 Kilometern zu kämpfen, um das Spiel zu verfolgen.
Proteste der Fans und Boykott durch Ultras
Die Unzufriedenheit der Anhänger äußerte sich auf beiden Seiten deutlich. Die Frankfurter Ultra-Gruppe „Nutria-Bande“ boykottierte das Spiel vollständig. Auch die Union-Fans setzten ein Zeichen: Sie hielten während der ersten 14 Minuten des Spiels einen Schweigeprotest ab und präsentierten eine große Zaunfahne mit der Botschaft: „Alle vereint – gegen Montagsspiele.“
„Es ist ihr gutes Recht, ihre Meinung zu äußern“, sagte die Trainerin von Union, Marie-Louise Eta, nach dem Spiel. „Ich hoffe, dass das eben auch gehört wird.“
Hintergrund und Herausforderungen für die Liga
Das Thema der unglücklichen Anstoßzeiten beschäftigt die Bundesliga schon seit geraumer Zeit. Während die Fans immer wieder gegen diese Regelung protestieren, verweist der DFB auf die erhöhten Vermarktungserlöse, die solche Ansetzungen mit sich bringen. Der Balanceakt zwischen der Fankultur und den Anforderungen eines Fernsehprodukts gestaltet sich für Veranstalter und Verbände als herausfordernd. Dennoch bleibt das Gefühl, dass der Frauenfußball durch solche Ansetzungen eher Schaden nimmt.
In der vergangenen Saison verzeichneten Union und Eintracht die höchsten Zuschauerzahlen der Liga. Das Spiel am Montag hätte eine hervorragende Gelegenheit geboten, die aufstrebende Fankultur im deutschen Frauenfußball zu fördern. Stattdessen fiel die Zuschauerzahl mit nur 5.717 Personen enttäuschend aus, zumal parallel das Basketballspiel der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Friedrichshain stattfand.
Marie-Louise Eta brachte es auf den Punkt: Es wäre wünschenswert, wenn der DFB und der zukünftige Ligaverband in dieser Angelegenheit auf die Stimmen der Fans hören würden.
Union-Frauen starten mit Niederlagenserie in die Bundesliga-Saison
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Quellen: Tagesspiegel, Berliner Morgenpost, Bild
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