Sophie Weidauer spielt als Stürmerin und Stammspielerin bei Union Berlin, einem Fußball-Bundesligisten, und ist in der Region bekannt. Von 2014 bis 2023 war sie bei Turbine Potsdam aktiv, wo sie sowohl in der Jugend als auch im Profibereich spielte. In einem Interview reflektiert sie über die Hinrunde der laufenden Saison, die Herausforderungen der Bundesliga und die Entwicklungen bei Turbine Potsdam.
Aktuelle Saison und persönliche Leistungen
Union Berlin befindet sich nach der Hinrunde auf dem neunten Platz in der Fußball-Bundesliga und hat einen Abstand von acht Punkten zum ersten Abstiegsplatz. Trotz dieser positiven Bilanz scheint es rund um den Verein einige Unzufriedenheiten zu geben. Weidauer äußert sich dazu:
„Ich finde, dass man schon zufrieden sein kann. Für viele Spielerinnen war die Bundesliga Neuland, es musste auch erstmal alles zu einem Team zusammenwachsen. Und dann ging es darum, in der ersten Liga anzukommen.“
Wachstum und Anpassung in der Bundesliga
Auf die Frage, an was man sich in der ersten Liga gewöhnen muss, erklärt Weidauer: „Es geht darum, schnellere Entscheidungen zu treffen, das Spiel schneller fortzusetzen. Und an dieses Tempo, an dieses Niveau muss man sich eben erst durch Spielpraxis annähern.“ Sie hat in allen 14 Partien auf dem Platz gestanden und vier Tore erzielt, ist jedoch nicht völlig zufrieden mit ihrer Leistung: „Es hätte schon das ein oder andere Tor mehr sein können. Aber am Ende ist nur wichtig, dass wir als Mannschaft erfolgreich sind.“
Der Wechsel nach Berlin und die Vereinsphilosophie
Im vergangenen Jahr wechselte Weidauer von Werder Bremen nach Berlin. Der Grund für diesen Wechsel war ihr Bedürfnis, näher bei ihrer Familie zu sein und die Vision des Vereins zu unterstützen: „Ich hatte das Bedürfnis, wieder ein Stück Richtung Heimat zu gehen, Richtung Familie. Und dann war da natürlich diese Vision, die Union hier auf die Beine gestellt hat, die in den nächsten Jahren noch fortgeführt wird und auf die ich einfach mega Lust habe.“
Wertschätzung im Frauenfußball
Union Berlin setzt sich aktiv für den Frauenfußball ein, was sich unter anderem durch die Ausrichtung der Spiele im Stadion An der Alten Försterei zeigt. Mit einem Zuschauerzuschnitt von knapp 8.000, nur hinter den Bayern, ist das Engagement des Vereins deutlich. Weidauer hebt die Wertschätzung hervor, die die Spielerinnen erfahren: „Es ist aber vor allem die Wertschätzung, die wir Spielerinnen hier spüren. Das geht bei den Trainingsbedingungen los und geht weit über den Platz hinaus.“
Zukunftsausblick und Vorbereitungen
Aktuell befindet sich das Team im Trainingslager in Portugal. Weidauer zieht ein positives Fazit über die Bedingungen dort: „Es ist super schön hier. Wir haben sehr gute Bedingungen – sowohl mit den Plätzen als auch im Hotel. Das ganze Umfeld passt einfach, um eine gute Vorbereitung für die Rückrunde zu starten.“
Das Interview wurde von Ilja Behnisch geführt und ist eine gekürzte sowie redigierte Fassung.
Bildquelle: Matthieu Rochette auf Unsplash