„Warum spielen wir nicht selbst Fußball?“ Diese Frage stellte Frank Völker, ein langjähriger Fan des 1. FC Union, vor 45 Jahren, als die Idee zur Gründung einer eigenen Liga für Union-Anhänger entstand. Die Union-Liga, die heute in ihrer zweiten Staffel spielt, umfasst Teams wie Traktor Tresensport, FC Fliegender Koffer und FC Schluckauf 82 und folgt eigenen Regeln: ohne Schiedsrichter und mit einem alten Zweipunktesystem.
Die Anfänge der Union-Liga
Die Liga wurde im Sommer 1981 in der DDR ins Leben gerufen, zu einer Zeit, als es unüblich war, dass Sportler außerhalb der offiziellen Verbandsstrukturen des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) eigene Wettkämpfe organisierten. Der Zusammenschluss der Union-Fans war in der damaligen Zeit einzigartig, da es in der alten Bundesrepublik noch keine vergleichbare Fanklub-Liga gab.
Ein unkonventioneller Ansatz
„Wir wollten unabhängig sein und eine Liga schaffen, die nach unseren Vorstellungen funktioniert“, erklärt Völker. Die ersten Spiele fanden im Pionierpark in der Wuhlheide statt, wo sich Teams wie VSG Wuhlheide 79 und FC United Karlshorst regelmäßig trafen. „Man sprach die Leute einfach bei Union an, verabredete sich für die nächste Woche, brachte ein paar Kästen Bier mit und spielte Hin- und Rückspiele“, erinnert sich Völker.
Der Aufstieg der Liga
In der Premierensaison 1981/82 wurde der FC Karlshorst Süd Meister. Die Liga wuchs schnell und es wurden mehrere Staffeln mit Auf- und Abstiegen eingeführt. 1983/84 kam ein Union-Pokalwettbewerb hinzu, der von Thomas Körner initiiert wurde. „Die Idee war, auch Fanklubs einzubeziehen, die nicht regelmäßig am Ligabetrieb teilnehmen konnten“, sagt Körner.
Engagement der Fans
Die Freizeitliga spiegelt die enge Verbundenheit der Union-Fans mit ihrem Verein wider. Als der 1. FC Union 1993 seine zweite Mannschaft abmelden musste, stellten Spieler aus verschiedenen Fanklubs kurzerhand die zweite Männermannschaft des Vereins. „Das zeigt, wie engagiert die Fans sind“, so Völker.
Herausforderungen nach der Wende
Nach der Wende hatte die Liga mit neuen Herausforderungen zu kämpfen. „Plötzlich mussten Verträge abgeschlossen werden, wenn man Sportplätze nutzen wollte“, erinnert sich Völker. Dennoch öffnete sich die Liga und nahm Mannschaften aus West-Berlin auf, darunter auch den HFC Theo Gries, der aus Hertha-Fans bestand.
Die Bedeutung der Gemeinschaft
„Für mich ist das ein schönes Beispiel dafür, dass Fußball verbinden kann“, sagt Körner über die Integration der Westberliner Teams. Um bei der Vergabe von Sportplätzen ernst genommen zu werden, schloss sich die Union-Liga dem Berliner Fußballverband (BFV) an, bevor sie 2011 die SG Union Fans e.V. gründete, um die Unabhängigkeit der Liga zu wahren.
Die heutige Liga
Aktuell konzentriert sich der Spielbetrieb der rund 30 Mannschaften auf Friedrichshagen, Müggelheim und das FEZ in der Wuhlheide, wo neue Kunstrasenplätze entstanden sind. „Wir haben uns bemüht, die Staffeln so zusammenzustellen, dass das Leistungsniveau ausgeglichen ist“, erklärt Völker. Während es mehrere Seniorenteams gibt, ist eine reine Frauenmannschaft bisher nicht vorhanden, jedoch spielen einzelne Frauen in verschiedenen Teams mit.
Ein Blick in die Zukunft
„Eine Frauenmannschaft ist jederzeit willkommen“, betont Völker. Die einzige Voraussetzung ist ein klarer Bezug zu den Eisernen, etwa durch eine Mitgliedschaft beim 1. FC Union oder den Besitz einer Dauerkarte. Die Tradition der Liga, die vor 45 Jahren begann, lebt weiter und zeigt, wie stark die Gemeinschaft der Union-Fans ist.
Quellen: rbb24, rbb
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