Dirk Zingler, der Präsident des 1. FC Union Berlin, hat sich in einem aktuellen Interview zu den Erwartungen für die bevorstehende Saison geäußert. Er sieht den Klub realistisch in der Bundesliga positioniert und hält es nicht für beschämend, sich im Abstiegskampf zu befinden. „In der Liga gibt es jedes Jahr viele Vereine, die aus nachvollziehbaren Gründen in dieser Situation sind. Ich messe mich gerne mit den Clubs, gegen die wir antreten. Es war mein halbes Leben lang ein Traum, gegen Gladbach, Bremen, Köln und den HSV zu spielen. Es gibt Schlimmeres, so würde ich es ausdrücken. Woher die hohen Ansprüche kommen, die besagen, dass Union nichts mit dem Abstieg zu tun haben sollte, kann ich nur mit dem Kopf schütteln,“ sagte Zingler.
Positive Eindrücke des neuen Trainers
Auch zu den ersten Eindrücken des neuen Trainers Mauro Lustrinelli äußerte sich Zingler optimistisch. „Ich kann nur sagen: Es ist großartig, genau wie wir es uns gewünscht haben. Was ich höre und selbst erlebe, sowohl in Gesprächen als auch in Besprechungen, ist durchweg positiv. Jedes Training ist ein Erlebnis, und man merkt, wie aufmerksam die Spieler sind. Aber am Ende zählt nur, dass wir Spiele gewinnen,“ erklärte der Präsident.
Das Ziel: Aktiverer Fußball
Ein zentrales Anliegen ist der Übergang zu einem aktiveren Fußballstil. Zingler betonte die Bedeutung des Zusammenspiels innerhalb des Teams: „Wir werden sehen, wie weit wir zum Saisonstart sind. Jeder lernt in seinem eigenen Tempo. Entscheidend ist, dass die gesamte Mannschaft das Gelernte als Einheit umsetzt. Ich hoffe, dass wir bereit sind, aber wir sind auch darauf vorbereitet, dass es am Anfang holprig werden könnte. Die Entscheidung, uns vom Fußball der letzten Jahre zu distanzieren, war riskant und birgt anfangs mehr Risiken als Chancen. Langfristig sehen wir jedoch die Chancen als größer an, denn wir glauben, dass wir auf diesem Weg nicht dauerhaft erfolgreich sein können. Dies ist ein Prozess, der im gesamten Klub stattfindet, nicht nur auf dem Platz. Wir sind uns bewusst, dass es zu Anfang vielleicht Schwierigkeiten geben wird, aber da müssen wir gelassen bleiben,“ so Zingler weiter.
Flexibilität des Kaders
Auf die Frage, ob der Kader fähig sei, ein System mit einer Viererkette zu spielen, antwortete Zingler: „Natürlich. Unsere Nationalspieler spielen regelmäßig in der Viererkette. Josip Juranovic beispielsweise spielt für Kroatien in diesem System. Ein Fußballer muss in der Lage sein, verschiedene Spielsysteme zu beherrschen, sonst wäre er kein Profi. Zudem bringen unsere Spieler Erfahrungen aus anderen Vereinen mit, wo sie ebenfalls unterschiedliche Formationen gespielt haben. Also ja, sie können das,“ betonte er.
Kaderplanung und mögliche Transfers
Bezüglich der Notwendigkeit neuer Spieler stellte Zingler klar, dass es nicht darum gehe, ob man Spieler verpflichten kann, sondern ob man sie tatsächlich benötigt. „Derzeit glaube ich nicht, dass wir jemanden brauchen. Wenn das der Fall wäre, hätte der Sport bereits auf mich zugekommen und gesagt, dass wir noch den oder jenen Spieler benötigen,“ erklärte er.
Informationen zum Stadionausbau
Zingler kündigte an, dass er beim kommenden Mitgliedertreffen am 3. September umfassende Informationen zum Stadionausbau präsentieren wird. „Was ich jedoch schon sagen kann, ist, dass wir in dieser Angelegenheit positive Fortschritte erzielt haben. Alle Gutachten liegen vor, darunter Verkehrsgutachten, Artenschutzgutachten und Lärmschutzgutachten. Wir haben jetzt Klarheit und können diese Erkenntnisse in unsere Planungen einbeziehen. Was das konkret bedeutet, werde ich auf der Mitgliederversammlung erläutern,“ so Zingler.
Abschließend sprach der Präsident über die Querfinanzierung im Frauenfußball: „Unsere Gesamteinnahmen als Klub verwenden wir für verschiedene Projekte. Dazu gehören Infrastruktur, Nachwuchs, Frauen, Männer und die Sportförderung. Diese Bereiche sind keine separaten Ökosysteme; unser Ökosystem heißt 1. FC Union Berlin,“ fasste Zingler zusammen.
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Quellen: rbb24, t-online, Die Zeit
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