„Wir schaffen es noch nicht, über 90 Minuten unser Spiel auf den Platz zu bringen“, erklärte Union-Trainer Mauro Lustrinelli nach der 2:4-Niederlage gegen Ipswich Town. Der 1. FC Union Berlin hat damit die letzte Testspielphase vor dem Pflichtspielstart am kommenden Sonntag verloren. Vor 12.421 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei erzielte das Team lediglich zwei Tore durch Zeno van den Bosch und Josip Juranovic.
Vorbereitung auf den DFB-Pokal
Am Sonntag, dem 15. August, steht für die Berliner im DFB-Pokal das Duell gegen den Zweitligisten Eintracht Braunschweig an. Die bisherigen Ergebnisse in der Vorbereitung lassen jedoch wenig Optimismus aufkommen. Von insgesamt fünf Testspielen konnte Union lediglich drei gewinnen, darunter zwei gegen unterklassige Amateurmannschaften.
Positive Aspekte der Vorbereitung
Obwohl Union auf dem Transfermarkt zurückhaltend agiert hat, zeigen sich die drei Neuzugänge bereits gut integriert. Marvin Friedrich, der als Rückkehrer gilt, und Zeno van den Bosch, der gegen Ipswich sein zweites Tor in Folge erzielte, haben sich in der Abwehr gut eingefügt. Auch Stürmer Emmanuel Latte Lath hat in seinen bisherigen Einsätzen angedeutet, dass er eine wertvolle Ergänzung sein könnte.
Im Mittelfeld hat sich mit Aljoscha Kemlein und Rani Khedira ein starkes Duo etabliert. Khedira, der nach seiner WM-Teilnahme mit Tunesien zurückgekehrt ist, zeigte gegen Ipswich eine starke Leistung und bereitete das zwischenzeitliche 2:3 durch Juranovic mit einem präzisen Pass vor. Juranovic selbst, der nach einer verletzungsgeplagten Saison wieder in Form ist, hat sich im Konkurrenzkampf mit Kapitän Christopher Trimmel klar durchgesetzt.
Herausforderungen in der Defensive
Dennoch gibt es auch erhebliche Probleme. In zehn Testspielen kassierte Union insgesamt 18 Gegentore, was auf eine anfällige Defensive hindeutet. „Wir sind gut ins Spiel gekommen, machen aber zu viele Fehler“, kritisierte Juranovic und betonte die Notwendigkeit, gegnerische Spieler im Strafraum besser zu kontrollieren.
Trainer Lustrinelli hat einige taktische Veränderungen vorgenommen, darunter die Umstellung auf eine Viererkette und ein offensiveres Pressing. Dennoch ist der Mannschaft anzumerken, dass sie sich noch in einem Anpassungsprozess befindet. Die Abstimmung und die Automatismen sind noch nicht ausreichend ausgeprägt.
Vorbereitung auf den Pokal und die Bundesliga
Die Zeit drängt, denn am Sonntag wartet mit Braunschweig ein schwieriger Gegner in der ersten Pokalrunde. In der Bundesliga stehen in den ersten sechs Spieltagen Begegnungen gegen Frankfurt, Leverkusen, Bayern und Dortmund an. „Wir wissen genau, woran wir noch arbeiten müssen“, sagte Lustrinelli. „Aber einen Zauberstab habe ich in Berlin noch nicht gefunden.“
Personelle Situation
Personell sieht es für Union ebenfalls angespannt aus. Im Tor kam gegen Ipswich Carl Klaus zum Einsatz, während Matheo Raab nach einer Verletzung in der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde. Wer im Pokalspiel gegen Braunschweig im Tor stehen wird, ist noch unklar, da der Stammkeeper Frederik Rönnow weiterhin nicht einsatzbereit ist.
Im Angriff muss Union weiterhin auf Andrej Ilić, der an den Folgen einer Lebensmittelvergiftung leidet, sowie auf Oliver Burke, der mit Achillessehnenproblemen zu kämpfen hat, verzichten. Auch Stanley Nsoki ist derzeit nicht fit.
Transferaktivitäten im Blick
Trainer Lustrinelli ließ offen, ob noch weitere Transfers bevorstehen. Medienberichten zufolge soll Union in Verhandlungen mit dem Schweizer Mittelfeldspieler Michel Aebischer stehen, der in der vergangenen Saison mit Pisa aus der Serie A abgestiegen ist. Aebischer, der sowohl an EM als auch an WM teilgenommen hat, möchte weiterhin in der ersten Liga spielen und soll sich bereits mit Union einig sein, während die Klubs noch in Verhandlungen sind.
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Quellen: Tagesspiegel, rbb24, stern
Bildquelle: Echo Media Group / Union Berlin
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