Das Gefühl vor dem Jahr 2026: Die Faszination für den deutschen Basketball erreicht derzeit ungeahnte Höhen. Um diese neue Begeisterung zu verstehen, lohnt sich ein Rückblick auf weniger glanzvolle Zeiten. Im Sommer 2001, als Deutschlands Top-Basketballer Franz Wagner in Prenzlauer Berg geboren wurde, hatte ich meinen ersten Auftritt in der Max-Schmeling-Halle, konkret in der Nebenhalle A.
Nur einige Schritte entfernt feierte Alba Berlin gerade fünf Deutsche Meistertitel in Serie. Zu dieser Zeit begann der Verein, seine erste Jugendmannschaft aufzustellen und legte damit das Fundament für viele Basketballkarrieren, die über die Regionalliga hinauswuchsen. Alba trug entscheidend zur positiven Entwicklung des deutschen Basketballs bei.
Aufstieg deutscher Spieler in der NBA
Ein Vergleich in Zahlen zeigt den Aufstieg: Nachdem der beste deutsche Basketballspieler, Detlef Schrempf, im Sommer 2001 seine Karriere beendete, blieb Dirk Nowitzki für lange Zeit die einzige Konstante aus Deutschland in der NBA. Heutzutage spielt Isaiah Hartenstein, der zuletzt den Meistertitel errang, als einer von sieben Deutschen in der besten Basketballliga der Welt. Die Wagner-Brüder, Franz und Moritz, gehören ebenfalls dazu.
Gemeinsam mit dem Münchner Tristan Da Silva werden sie am 15. Januar für die Orlando Magic in ihrer Geburtsstadt Berlin antreten. Dies markiert das erste reguläre NBA-Spiel auf deutschem Boden; die Wagners werden dabei im Fokus der Medien stehen. Das immense Interesse an diesem Ereignis deutet darauf hin, dass die NBA Europe Realität werden könnte. Ein professionelles Basketball-Team in Berlin ist mittlerweile nicht mehr eine abwegige Vorstellung.
Deutschland als Welt- und Europameister
Die beeindruckende Realität des deutschen Basketballs wird treffend durch Niels Giffey zusammengefasst, der als eines der ersten Talente aus Alba Berlin gilt. Im Jahr 2023 war er Teil des Weltmeister-Teams, das in Manila den Titel holte. Auf die Frage, ob sein Traum von einem WM-Titel in Erfüllung gegangen sei, antwortete Giffey, er hätte das „nicht einmal für möglich gehalten“.
Knapp zweieinhalb Jahre später ist Deutschland nicht nur Weltmeister, sondern auch Europameister. Der Titelgewinn im Sommer 2023 in Lettland zeigt die immense talentierte Tiefe der deutschen Nationalmannschaft. Spieler wie Dennis Schröder und Franz Wagner prägen eine neue goldene Generation, während Talente wie Albas Jack Kayil und Würzburgs Hannes Steinbach darauf warten, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.
Steigende Zuschauerzahlen und Medieninteresse
Diese sportliche Entwicklung zieht zunehmend das Interesse von Menschen auf sich, die zuvor vielleicht keine Basketballspiele verfolgt haben. Das spannende EM-Finale gegen die Türkei wurde von über sieben Millionen Zuschauern allein bei RTL wahrgenommen; eine Zuschauerzahl, die selbst zu Nowitzkis besten Zeiten undenkbar gewesen wäre.
Vor 15 Jahren hatte ich als Basketball-Teenager Schwierigkeiten, Gespräche über den Sport zu führen. Heute sind die Wagner-Brüder und andere Stars bekannte Namen, und talentierte junge Spieler verdienen im College in den USA mittlerweile beträchtliche Summen. Die Anzahl und Qualität der deutschen Talente hat sich erheblich verbessert.
Der Blick auf die Zukunft
Im Frauenbasketball gibt es ähnliche Entwicklungen: Die aktuell amtierenden Olympiasiegerinnen im 3×3-Basketball zeigen, dass sich auch hier viel getan hat. Mit den Sabally-Schwestern, die in den USA Erfolge feiern, wird der deutsche Frauenbasketball auch international immer sichtbarer.
Vom 4. bis 13. September 2026 findet in Berlin die Basketball-Weltmeisterschaft der Frauen statt, was ein bedeutender Schritt für den deutschen Basketball in der Zukunft darstellt. Wenn die Nationalmannschaft den Erfolgen der Männer folgen kann, könnte Deutschland auch 2026 auf ein weiteres goldenes Jahr zurückblicken.
Bildquelle: Markus Spiske auf Pexels