Es gibt keine gesunde Menge Alkohol, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) feststellt. Laut den Experten beginnt das Risiko für die Gesundheit bereits beim ersten Tropfen. Diese Erkenntnis könnte den Anspruch an den Verzicht auf Alkohol erleichtern, ist jedoch nur wenig überzeugend, wenn man selbst Erfahrungen mit dem Konsum gemacht hat.
Selbst habe ich gelegentlich Alkohol konsumiert, auch in diesem Monat. Begleitet wurde ich dabei von meinem Kollegen Felix Michel, der die Vorteile eines gemäßigten Alkoholkonsums vertritt.
Pro des moderaten Alkoholkonsums
Die Frage, warum es in Ordnung ist, hin und wieder ein Getränk zu genießen, führt mich zurück zu einem Gedanken über vergangene Erlebnisse. Viele mühsame Morgende waren das Resultat längerer Nächte, wobei der letzte wirkliche Kater schon eine Weile zurückliegt. Im Dezember hatte ich nur ein kleines Bier im Stadion, während ich im November gänzlich darauf verzichtet hatte. Früher wären es im Stadion sicherlich drei große Biere gewesen.
Dieser Strategiewechsel kam nicht durch ein dramatisches Erlebnis oder eine plötzliche Erkenntnis zustande. Vielmehr war es ein schleichender Prozess, bei dem die Unannehmlichkeiten des Alkoholrausches immer mehr in den Vordergrund traten. Der Frust über einen geschundenen Körper überwog schließlich das vermeintliche Vergnügen eines feuchtfröhlichen Abends.
Die wenigen Tage, die mir zur Verfügung stehen, sind mir zu wertvoll, um sie verkatert zu beginnen. Sportliche Hobbys erlebe ich erfüllter, wenn mein Körper ausgeruht und gut versorgt ist, statt dehydriert. Selbst wenn einige behaupten, auch mit Restalkohol noch gute Leistungen erbringen zu können, könnte es sein, dass sie ohne Alkohol noch bessere Ergebnisse erzielen würden.
Die gesundheitlichen Risiken von Alkohol
Die Erkenntnis, dass Alkohol ungesund ist, ist alles andere als neu. Sogar in einem Land wie Deutschland, das für seinen hohen Alkoholkonsum bekannt ist, gehen die Zahlen zurück. Besonders bei den jüngeren Generationen ist ein Rückgang des Konsums zu beobachten.
Der Beginn eines Verzichts auf Alkohol kann jedoch herausfordernd sein. Das erste Mal, ohne alkoholische Getränke in sozialen Zusammenkünften auszukommen, erfordert Mut. Beim Feiern neige ich dazu, unauffällig auf Wasser mit Zitrone umzusteigen, was in der Regel von Barkeepern verstanden wird.
Strategien für einen zeitweiligen Verzicht
Die Situation in einer Kneipe stellt jedoch eine andere Herausforderung dar, da die Gesellschaft dort überwiegend konsumiert. Insbesondere Männer sehen sich hier oft Sprüchen ausgesetzt, die auf die vermeintlichen Vorteile von Alkohol verweisen. Alternatives Trinken kann in diesem Kontext schwierig sein, da alkoholfreies Bier nicht immer eine zufriedenstellende Option darstellt.
Um erfolgreich mit dem Verzicht umzugehen, empfehle ich, zunächst zu kommunizieren, dass man „heute nicht“ trinken möchte, anstatt den kompletten Verzicht zu betonen. Dies verringert den Druck und die Wahrscheinlichkeit von Nachfragen. Zudem sollte man darauf verzichten, einen festen Zeitraum für den Verzicht festzulegen. So bleibt man flexibler, ohne den Druck eines Enddatums zu verspüren.
Die gute Nachricht ist, dass es zunehmend akzeptierter wird, keinen Alkohol zu konsumieren, und unangenehme Bemerkungen seltener werden. Jene, die ähnliche Gedanken empfinden, könnten von dieser Erfahrung profitieren.
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