Union-Präsident Zingler äußert sich klar zu aktuellen Herausforderungen
Dirk Zingler, der Präsident von Union Berlin, hat im Trainingslager in der Steiermark deutliche Worte gefunden. Der 61-Jährige thematisierte die Herausforderungen, vor denen der Verein steht, und äußerte sich kritisch zu verschiedenen Aspekten des deutschen Fußballs.
Erwartungen an die neue Saison
„Der Klassenerhalt als Ziel zu haben und im Abstiegskampf zu stecken, ist nichts Ehrenrühriges“,
erklärte Zingler. Er betonte, dass er sich gerne mit Traditionsvereinen wie Gladbach, Bremen oder dem HSV messen möchte.
„Davon habe ich die Hälfte meines Lebens als Unioner geträumt: dass wir mit solchen Vereinen um die besten Plätze in der Bundesliga kämpfen“,
fügte er hinzu. Zingler äußerte Unverständnis über die hohen Ansprüche, die in der Öffentlichkeit geäußert werden, und stellte fest:
„Ich weiß nicht, woher manche Ansprüche kommen. Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln.“
Neuer Spielstil unter Mauro Lustrinelli
Der Präsident äußerte sich auch zur neuen Spielweise, die unter Trainer Mauro Lustrinelli eingeführt wird.
„Wir sind nicht überrascht, wenn es am Anfang etwas holprig wird“,
sagte Zingler. Er bezeichnete die Entscheidung, den bisherigen Fußballstil zu verändern, als riskant, sieht jedoch langfristig mehr Chancen als Risiken.
„Deshalb bleiben wir überzeugt von dem Weg, den wir eingeschlagen haben“,
so Zingler weiter.
Kritik an der Regionalliga-Reform
Ein weiteres Thema, das Zingler ansprach, war die Reform der Regionalliga. Er bezeichnete die Vorgänge als „Katastrophe“ und kritisierte den Verband scharf:
„Das ist eine bodenlose Frechheit. Da setzen sich Menschen über zwei Jahre zusammen, entwickeln sehr mühsam Vorschläge und einigen sich nach langer Zeit auch mit den DFB-Vertretern auf ein Modell, das zur Abstimmung freigegeben wird. Und dann wird es still und heimlich noch einmal verändert“,
erklärte er. Zingler äußerte Bedenken über die mangelnde Solidarität und kündigte an, dass es zu massiven Protesten kommen werde.
Investorenpläne der FIFA und deren Scheinheiligkeit
Die Diskussion über die Investorenpläne der FIFA kommentierte Zingler ebenfalls kritisch.
„Eine Diskussion, die an Scheinheiligkeit kaum zu überbieten ist“,
sagte er. Er erinnerte daran, dass die Liga selbst einmal Investoren ins Boot holen wollte, was ein ähnliches Modell darstellt.
„Wenn wir andere belehren wollen, sollten wir zuerst selbst eine klare Position haben“,
forderte Zingler und äußerte seine Abneigung gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino und die Super League.
Ausbildung im deutschen Fußball
Abschließend sprach Zingler die Probleme in der Nachwuchsausbildung an, insbesondere nach dem enttäuschenden Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM.
„Solche großen Ereignisse sind wie ein Brennglas, sie verstärken bestimmte Entwicklungen“,
erklärte er. Zingler äußerte Besorgnis über die Art und Weise, wie die nächste Generation im Fußball ausgebildet wird.
„Wir bringen den Menschen nicht mehr bei, dass man etwas leisten und sich an seine Grenzen bewegen muss“,
warnte er und verwies auf gesellschaftliche Themen, die auch den Fußball betreffen.
„Wenn wir das nicht verändern, werden wir als Deutschland in vielen Bereichen verlieren“,
schloss Zingler seine Ausführungen.
- Zingler, Präsident von Union, zeigt sich entsetzt über aktuelle Entwicklungen.
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Quellen: Bild, t-online, Berliner Morgenpost
Bildquelle: Echo Media Group / Union Berlin
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