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BER Schallschutzprogramm: Gemischte Bilanz nach Jahren des Wartens

Das Schallschutzprogramm am Flughafen BER zieht eine zwiespältige Bilanz. Während die Flughafengesellschaft von einem Erfolg spricht, der zur "gewissen Befriedung" in der Region beigetragen habe,…

BER Schallschutzprogramm: Gemischte Bilanz nach Jahren des Wartens

Das Schallschutzprogramm am Flughafen BER zieht eine zwiespältige Bilanz. Während die Flughafengesellschaft von einem Erfolg spricht, der zur "gewissen Befriedung" in der Region beigetragen habe, sehen Anwohnerinitiativen die Ziele nur "ungenügend erfüllt". Viele Anträge sind noch offen, und einige Anwohner warten seit über einem Jahrzehnt auf die versprochenen Maßnahmen.

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Kernpunkte des Schallschutzprogramms

  • Bisher wurden 470 Millionen Euro ausgegeben, das Gesamtbudget beträgt 730 Millionen Euro.
  • Rund 8.000 bewilligte Umbauten sind noch nicht umgesetzt.
  • Die Antragsfrist endete am 4. November 2025.
  • Anwohner kritisieren eine "harte Praxis der Verweigerung und Kostenminimierung" durch die Flughafengesellschaft.

Langwierige Prozesse und offene Fälle

Martina Boden aus Blankenfelde wartet seit 14 Jahren auf Schallschutzmaßnahmen für ihr Haus. Obwohl sie grundsätzlich Anspruch hat, lehnt sie die von der Flughafengesellschaft bewilligten Umbauten ab, da diese nicht ihren Vorstellungen entsprechen. Die Kostenübernahme für ihre Wunschmaßnahmen wie Schallschutzfenster und eine Deämmung der Decke wird nicht gewährt. Ähnlich ergeht es vielen anderen Anwohnern.

Von insgesamt 22.800 gestellten Anträgen wurden für 7.700 Haushalte finanzielle Entschädigungen bewilligt, da die Umbaukosten 30 Prozent des Immobilienwertes überstiegen. Bei rund 13.000 Haushalten sagte die Flughafengesellschaft die Kostenübernahme für Umbauten zu. Davon wurden jedoch nur 5.000 Fälle umgesetzt, während 8.000 noch offen sind.

Flughafengesellschaft sieht Erfolg, Bürgerinitiativen üben Kritik

Ralf Wagner, verantwortlich für das Schallschutzprogramm, betrachtet das Projekt trotz der offenen Fälle als Erfolg. Er betont, dass die Ansprüche oft seit vielen Jahren ermittelt seien und die Umsetzung letztlich in der Entscheidung der Eigentümer liege. Viele scheuten den Aufwand eines kompletten Umbaus. Er räumt ein, dass nicht alle zufriedenstellend bedient werden könnten, aber das Programm habe zu einer "gewissen Befriedung" in der politisch aufgeheizten Region beigetragen.

Christine Dorn vom Bürgerverein Berlin-Brandenburg (BVBB) widerspricht dieser Darstellung vehement. Sie kritisiert, dass die Flughafengesellschaft als "Fluglärmverursacher" selbst mit der Abwicklung betraut wurde. Dies führe zu einer "harten Praxis der Verweigerung und Kostenminimierung", bei der oft zu niedrige Preise angesetzt und Korrekturen verzögert würden, bis gestiegene Baupreise eigene Investitionen unmöglich machten.

Budget nicht ausgeschöpft, aber Fristen laufen

Das vorgesehene Schallschutz-Budget von 730 Millionen Euro ist mit bisher 470 Millionen Euro noch nicht ausgeschöpft. Kostenübernahmen sind noch bis Ende 2029 möglich. Nach der Entscheidung über neu eingereichte Anträge haben Eigentümer maximal drei Jahre Zeit, die bewilligten Umbauten vorzunehmen und abzurechnen. Für Anwohner wie Martina Boden, die ihre Vorstellungen gerichtlich durchsetzen müssten, bleibt dies jedoch eine finanzielle Hürde.

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