Vorzeitige Inbetriebnahme der Halbleiterfabrik in Dresden
Der 2. Juli 2026 markiert den offiziellen Start der neuen Smart Power Fab von Infineon in Dresden, die nun drei Monate früher als ursprünglich vorgesehen eröffnet wird. Mit einer Gesamtinvestition von rund fünf Milliarden Euro zielt das Unternehmen darauf ab, die europäische Abhängigkeit von Mikrochips zu reduzieren, die bislang überwiegend aus Asien und den USA stammen.
Überblick zur Smart Power Fab
Die Smart Power Fab erstreckt sich über eine beeindruckende Fläche und benötigt dafür 50.000 Kubikmeter Beton sowie etwa 25.000 Tonnen Stahl. Das Gebäude umfasst sechs Etagen, wobei der Reinraum als zentrales Element fungiert. Dieser Bereich ist mit hochmodernen Anlagen zur Chipproduktion ausgestattet und wird durch eine massive Stahlkonstruktion unterstützt, die ein Gewicht von 5.000 Tonnen aufweist.
Produktionsschwerpunkte und Einsatzgebiete
Bereits seit vielen Jahren ist Infineon in Dresden in der Halbleiterfertigung tätig, insbesondere im Bereich der Stromsteuerung. Die in der neuen Fabrik produzierten Chips sind für diverse Anwendungen vorgesehen, die von der Energiewende über Elektromobilität bis hin zum Internet der Dinge und KI-Rechenzentren reichen. Diese Technologien sind entscheidend für die Reduzierung des Stromverbrauchs in großen Rechenzentren.
Finanzierung und staatliche Unterstützung
Für den Bau der Smart Power Fab stehen öffentliche Fördermittel in Höhe von 920 Millionen Euro zur Verfügung, die im Rahmen des European Chips Act bereitgestellt werden. Diese Initiative soll die europäische Chipproduktion stärken und die Wertschöpfungsketten in Schlüsselindustrien absichern. Im Februar 2025 gab die EU-Kommission grünes Licht für diese Fördermittel, die zusätzlich durch Unterstützung der Bundesregierung und des Freistaats Sachsen ergänzt werden.
Neue Arbeitsplätze für die Region
Die Inbetriebnahme der Fabrik wird die Schaffung von etwa 1.000 neuen Arbeitsplätzen zur Folge haben. Derzeit beschäftigt der Konzern rund 56.500 Mitarbeiter. Die neuen Stellen werden nicht nur direkt bei Infineon entstehen, sondern auch zahlreiche Arbeitsplätze bei Dienstleistern und Zulieferern in der Umgebung generieren. Infineon betrachtet die Smart Power Fab als wichtiges Signal für junge Menschen, dass in der Region zukunftssichere Arbeitsplätze und interessante Ausbildungswege geschaffen werden.
Umweltfreundliche Aspekte der neuen Einrichtung
Die Errichtung der Smart Power Fab hat auch Diskussionen über potenzielle Umweltauswirkungen ausgelöst. Infineon hebt hervor, dass der Bau von Umweltschutz- und Ausgleichsmaßnahmen begleitet wurde, dazu gehört die Schaffung eines Ersatzhabitats für Eidechsen. Zudem wird die Fabrik mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen betrieben, und es wird Industriewasser anstelle von Trinkwasser verwendet. Interne Recyclingprozesse gewährleisten, dass das benötigte Wasser mehrfach genutzt werden kann.
Quellen: n-tv, t-online