Die Einführung manipulationssicherer Kassen für größere Unternehmen ab 2027 sorgt für Diskussionen. Das Bundesfinanzministerium plant, diese Maßnahme für Betriebe mit einem Jahresumsatz von über 100.000 Euro verbindlich zu machen, um Steuerhinterziehung zu bekämpfen.
Strafen und Bußgelder für Nichteinhaltung
Nach einem Referentenentwurf des Ministeriums, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt, müssen Unternehmen, die sich gegen die neue Kassenpflicht entscheiden, mit Bußgeldern von bis zu 25.000 Euro rechnen. Zudem sind deutlich härtere Strafen für die Manipulation von Kassenaufzeichnungen vorgesehen. Der Einsatz von Manipulationssoftware soll künftig als Steuerstraftat mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden.
Lockerung der Belegausgabepflicht
Gleichzeitig plant das Ministerium, die seit 2020 bestehende Belegausgabepflicht für Kleinbeträge zu lockern. Anstelle einer allgemeinen Pflicht soll eine Bagatellgrenze von 30 Euro eingeführt werden.
„Bis zu diesem Gesamtbetrag muss keine steuerliche Belegausgabe mehr erfolgen“,
so das Ministerium. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Menge an Papierbons zu reduzieren und somit auch den bürokratischen Aufwand für kleine Betriebe zu verringern.
Umstellungskosten und Entlastungen
Die Umstellung auf die neuen Kassensysteme wird für die betroffenen Unternehmen mit einem einmaligen Aufwand von etwa 99 Millionen Euro verbunden sein. Dem steht jedoch eine jährliche Entlastung von rund 89 Millionen Euro gegenüber, die durch die Umstellung auf digitale Belege erzielt werden soll.
„Auswirkungen auf Einzelpreise und das Preisniveau, insbesondere auf das Verbraucherpreisniveau, sind nicht zu erwarten“,
heißt es in dem Entwurf.
Langfristige Perspektiven
Die geplanten Maßnahmen sollen nicht nur der Bekämpfung von Steuerhinterziehung dienen, sondern auch einen Beitrag zum Umweltschutz leisten, indem die Flut von Papierbelegen reduziert wird. Langfristig wird angestrebt, die Belege vollständig durch digitale Alternativen zu ersetzen, die bei Bedarf abgerufen werden können, beispielsweise über QR-Codes.
Quellen: tagesschau
Bildquelle: KI generiert