Eine aktuelle Untersuchung hat ergeben, dass 22 Prozent der Kinder in Klassenzimmern mit erhöhten Bakterienkonzentrationen eine beeinträchtigte Lungenfunktion aufweisen. Diese alarmierenden Ergebnisse wurden auf dem Kongress der European Respiratory Society (ERS) in Barcelona präsentiert und werfen ein besorgniserregendes Licht auf die Luftqualität in Schulen.
Ergebnisse der Studie
Die Analyse, geleitet von Biostatistiker Soutrik Banerjee von der Universität Ferrara in Italien, bezieht sich auf Daten der „Sinphonie“-Studie, die Informationen aus 22 europäischen Ländern und etwa 300 Klassenzimmern umfasst. Die Untersuchung zeigt, dass Kinder, die sich in Räumen mit höheren Konzentrationen von Bakterien der Gruppen Streptomyces und Mycobacterium aufhalten, in Lungenfunktionstests geringere Werte erzielen. Diese Ergebnisse sind bislang nicht in einem Fachjournal veröffentlicht worden.
Methodik der Untersuchung
Die Lungenfunktion der Kinder wurde durch Spirometrie gemessen, bei der die Probanden tief einatmen und dann kräftig in ein Messgerät ausatmen. Diese Methode erlaubt Rückschlüsse auf die Verengung der Atemwege und das Lungenvolumen. Die Forscher berücksichtigten dabei verschiedene Faktoren wie Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index, Passivrauchen, Tierallergene sowie sozioökonomische Aspekte und die Luftqualität in den jeweiligen Regionen.
Langfristige Auswirkungen
Obwohl die beobachteten Einbußen in der Lungenfunktion für jedes einzelne Kind gering erscheinen, könnten sie für die Gesamtbevölkerung von Bedeutung sein. Banerjee erklärte:
„Kinder sind jeden Wochentag der Schulinnenumgebung ausgesetzt, und eine leichte bis mäßige Verringerung der Lungenfunktion heute kann ein Vorläufer für vermeidbare Lungenerkrankungen im späteren Leben sein.“
Ursachen und Empfehlungen
Die Forscher vermuten, dass der Staub die Atemwege direkt reizen oder Immun- und Entzündungsprozesse aktivieren könnte. Zudem könnte die Anwesenheit dieser Bakterien auf andere ungünstige Bedingungen im Klassenzimmer hinweisen, wie etwa Feuchtigkeit oder unzureichende Lüftung.
„Die Bakterien können entweder eine direkte biologische Wirkung haben oder sie können Indikatoren für andere Faktoren der Raumluft sein, die die Lungenfunktion beeinflussen,“
so Banerjee weiter.
Schulgebäude und Luftqualität
Die Diskussion über die Luftqualität in Klassenzimmern ist in Deutschland besonders während der Corona-Pandemie aufgekommen. Das Umweltbundesamt (UBA) empfahl, regelmäßig zu lüften, um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren. Während seit 2020 mehr fest installierte Lüftungsanlagen in Schulen nachgerüstet wurden, zeigt eine UBA-Analyse, dass viele Schulgebäude weiterhin auf Fensterlüftung angewiesen sind. Die Notwendigkeit einer besseren Raumluftqualität in Schulen ist unbestritten.
Internationale Standards
Im Vergleich zu anderen Ländern, wie den Niederlanden, wo CO2-Messgeräte in Grundschulen vorgeschrieben sind, fehlen in Deutschland klare Vorgaben zur Überwachung der Raumluft. Diese Unterschiede verdeutlichen die Notwendigkeit, die Luftqualität in Schulen zu verbessern, um die Gesundheit der Schüler zu schützen.
Quellen: n-tv
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.