Berlins Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, Dr. Ina Czyborra, hat der Alice Salomon Hochschule Berlin (ASH Berlin) das eigenständige Promotionsrecht für ein neues Promotionszentrum verliehen. Dies ist die dritte Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) in Berlin, die diese Auszeichnung erhält. Prof. Dr. Bettina Völter nahm den Bescheid für das Promotionszentrum „New Public Health“ entgegen, das sich interdisziplinär mit der Gesundheitsförderung auseinandersetzt. Ziel ist es, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der frühen Karrierephase zu qualifizieren und die wissenschaftliche Ausbildung in den Gesundheitsfächern zu stärken.
Dr. Ina Czyborra äußerte ihre Freude über die Verleihung des Promotionsrechts an die ASH Berlin, die größte staatliche Hochschule für Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege sowie Erziehung und Bildung in Deutschland. Sie betonte die Bedeutung, die wissenschaftliche Expertise in den Bereichen Gesundheit und Pflege angesichts der aktuellen Herausforderungen zu stärken. Das Promotionszentrum soll gesellschaftlich relevante Forschung hervorbringen, die insbesondere für die Prävention in verschiedenen Lebensbereichen von Bedeutung ist. Zudem eröffnet es jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern neue Karrierechancen und fördert die Akademisierung und Professionalisierung im SAGE-Bereich.
Prof. Dr. Gesine Bär, Vizepräsidentin für Forschung, Kooperation und Weiterbildung an der ASH Berlin, bezeichnete das Promotionszentrum als einen zentralen Punkt für das umfangreiche Praxis- und Forschungswissen der Hochschule sowie der SAGE-Fächer. Sie hob hervor, dass dies einen entscheidenden Schritt in Richtung Akademisierung darstellt, für den lange gekämpft wurde. Die Hochschule ist dankbar, nun wichtige Aufbauarbeit leisten zu können.
Das Promotionszentrum wird sich auf das WHO-Konzept „New Public Health“ (Ottawa-Charta, WHO 1986) sowie den familiensoziologischen Ansatz des „Doing Family“ konzentrieren. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden gemeinsam mit Kooperationspartnern und zukünftigen Promovierenden anwendungsorientierte Forschung in den SAGE-Disziplinen durchführen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Perspektive der Nutzerinnen und Nutzer von verschiedenen Dienstleistungen im Gesundheits- und Sozialbereich sowie der Analyse sozialer Determinanten von Gesundheit. Der Fokus liegt auf der Verhältnisprävention, und die gewonnenen Erkenntnisse sollen auch für Träger von Gesundheitsförderung und Prävention von Interesse sein.
Prof. Dr. Raimund Geene von der ASH Berlin und Sprecher des Direktoriums der Berlin School of Public Health betonte, dass alle von den Forschungsarbeiten profitieren werden. Dies betrifft nicht nur Berlin als Wissenschaftsstandort, sondern auch Hochschulen und Universitäten, Gesundheitsämter, Anbieter und die Berliner Bevölkerung, die von aktuellem Wissen über Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention profitieren kann.
Im August 2025 erhielten bereits die Berliner Hochschule für Technik (BHT) und die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW) das Promotionsrecht für ihre Promotionszentren in den Bereichen „Maschinelles Lernen, Robotik, Life Science und Interaktive Systeme“ sowie „Energiesystemtransformation und Klimaneutralität“. Damit verfügt Berlin nun über drei Promotionszentren in technologisch und gesellschaftlich relevanten Bereichen, die die Forschungsprofile der HAW stärken und zur Innovationskraft des Berliner Wissenschaftsraums beitragen.
Der Startschuss für diese Entwicklung wurde im April 2025 von Berlins Wissenschaftssenatorin Dr. Ina Czyborra gegeben. Mit der Verordnung über das Promotionsrecht an HAW wurde diesen die Möglichkeit eingeräumt, Promotionsrechte in forschungsstarken Bereichen zu erhalten. Ziel ist es, den Hochschultyp HAW in der Hochschullandschaft zu stärken und die Kombination von wissenschaftlicher Qualifizierung und anwendungsorientierter Forschung zu fördern. Dies eröffnet den Berliner HAW neue Möglichkeiten zur strukturellen Weiterentwicklung ihrer Profile und zur Stärkung ihrer Forschungsfähigkeit. Studierende können sich somit auch in den angewandten Wissenschaften forschungsbezogen weiterentwickeln und promovieren.
Quellen: berlin.de
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